Hochgeladen von keppleryou am 28.01.2012

Das 1928 von dem britischen Forscher Alexander Flemming entdeckte Penizillin machte den Medizinern und ihren Patienten Hoffnung, dass es nun vorbei sei mit den bakteriellen Infektionen. Doch es stellte sich heraus, dass Bakterienstämme Resistenzen gegen Antibiotika entwickeln können. So sind alternative Heilmethoden gefragt. Eine davon scheint die Phagentherapie zu sein.

Der Franzose Henri Lemaitre setzt seine ganze Hoffnung darauf. Ein Sturz von der Leiter hatte für ihn tragische Konsequenzen. Die Operationen übersteht er gut, doch dann infiziert er sich im Krankenhaus mit einem lebensgefährlichen resistenten Keim. Kein Antibiotikum hilft. Zwischenzeitlich sieht es so aus, als könne nur eine Amputation Henri Lemaitre retten. Der Pariser Arzt Alain Dublanchet hat die Therapie mit Bakteriophagen erstmals am Pariser Institut Pasteur kennengelernt. Nun hofft er am Eliava-Institut in Georgien die Lösung für seinen Patienten Lemaitre zu finden. Seit Jahrenzehnten hat sich dort die Therapie mit Phagen bewährt.

Bakteriophagen sind der natürliche Feind der Bakterien. Anders als Antibiotika befallen sie nur eine bestimmte Bakterienart und wirken spezifischer. Dies ist Vor- und Nachteil zugleich. Denn der Bakterienstamm muss genau bestimmt werden, bevor die Phagenkultur auf diesen Keim angelegt werden kann, anders als bei einem Breitband-Antibiotikum.

In der ehemaligen Sowjetunion hat sich der Einsatz von Phagen vor allem im Zweiten Weltkrieg etabliert. Nach dem Krieg wurde das Eliava-Institut in Tiflis zum Zentrum der Phagenproduktion und -medikation des gesamten Ostblocks. Millionen Menschen konnten behandelt und gerettet werden. Doch das Wissen des Instituts ist in Gefahr. Es fehlt an Geld und Infrastruktur, um die Produktion aufrecht zu erhalten. Und in den westlichen Ländern ist die Phagentherapie ein kaum erforschtes, skeptisch betrachtetes Gebiet. Die Dokumentation geht der alternativen Heilmethode auf den Grund und zeigt dabei ihre Möglichkeiten, aber auch ihre Grenzen auf.

So wie in dem Film dargestellt, würde eine Studie in den westlichen Ländern für eine Phage ca. 10 Millionen Euro kosten. Davor scheuen sich die Firmen. Eine belgische Firma entwickelt daher im Moment eine Phage gegen MRSA. Die Phagen werden in Georgien aus Flusswasser gewonnen. Vielleicht sollten wir wieder mehr Flusswasser anstatt Wasser vom Supermarkt trinken. Wenn in Belgien eine künstliche Phage hergestellt wird, helfen uns vielleicht eines Tages auch die Phagen nicht mehr.

Ein Militärkrankenhaus in Wiesbaden setzt bei nicht mehr mit Antibiotika behandelbaren Patienten aber aufgrund des Protokolls von Helsinki Phagen als Therapie ein. Aufgrund des Helsinkiprotokolls dürfen Ärzte Medikamente ohne Studiennachweis einsetzen, wenn herkömmliche Therapien nichts mehr nützen. Vielleicht müsste dieses Protokoll bei MRSA öfters zur Anwendung kommen und die Phagentherapie angewendet werden.

via Lebensretter Ostblockviren – Ein Weg aus der Antibiotikakrise mit Phagen – YouTube.

viaLebensretter Ostblockviren – Ein Weg aus der Antibiotikakrise mit Phagen.

»

  1. […] Ja klar – wer genug GEld (und Vertrauen in sie..) hat, der kann auch heute schon an die “Ostblockvieren” kommen bevor sich die SM nicht mehr zu helfen weiß.. HInerher, wenn die SM alles ausprobiert hat ,ist es auch gut zu wissen dass man die Ostblockvien legal benützen kann… https://sunnyvlog.wordpress.com/2012/…se-mit-phagen/ […]

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s